Bonobos: Die facebook-Spaten der Tierwelt

Bonobos. Wer könnte sie nicht mögen, unsere immer geilen, total gechillten Cousi_nen?
Und jetzt stellt sich auch noch raus, dass sie absolut nicht xenophob sind. Gibt man einem Bonobo die Gelegenheit, Futter mit einem Kumpel oder einem völlig fremden Artgenossen zu teilen, indem er das betreffende Tier aus dem Käfig lässt, teilt der Bonobo meist mit dem Fremden. Das Nette daran: Der Fremde lässt danach den ihm fremden Kumpel des ersten Bonobo aus dem Käfig. So ist für alle gesorgt. Und heavy petting gibt es natürlich auch.
Schimpansen würden so etwas anscheinend nie tun, jedenfalls nicht wenn sie wissen, dass die beiden fremden Bonobos Kumpel sind. Zahlenmäßig unterlegen zu sein, ist ihnen ein Graus. Und prüde sind sie außerdem.

Auf den ersten Blick denkt man jetzt natürlich, dass Bonobos ja die total guten sozialen Vorbilder sind. Rollenmodelle für unsere Kinder und all sowas. Und ein Stück weit stimmt das schon auch.
Aber abgesehen davon, dass ich mir die bonobotypischen extensive Doktorspiele einfach nicht mit minderjährigen menschlichen Protagonisten vorstellen will, gibt es da noch einen Haken:

Was den Bonobo so xenophil macht, ist der Netzwerkvorteil, den es ihm bringt, neue Freunde zu sammeln. Bonobos sind somit das Äquivalent zu diesen Spaten auf facebook, die 10.000 Leute in ihrer Friend list haben. Und statt dem Liken haben die Äffchen die gegenseitige Masturbation. How fitting ô.o

Sobald man diesen Netzwerkvorteil aus der Gleichung entfernt und einen Bonobo in die Postion des anonymen Spenders bringt, geht ihm auf einmal der gesamte Rest der Bonobo-Welt am pelzigen Hintern vorbei. Weder Freund noch Fremder bekommt etwas, wenn kein Stein im Brett für den Spender dabei rausspringt.

Die anonyme Spende bleibt bislang uns Nacktaffen vorbehalten.

Hier meine Hypothese:
Im Gegensatz zum Bonobo sind wir niemals wirklich unbeobachtet. Wir haben immer unsere Ideale, unsere Wertvorstellungen oder unsere paranoiden Ängste auf der Schulter sitzen, die uns dazu befähigen, Befriedigung – oder zumindest das Ausbleiben von Schuldgefühlen – aus gemeinnützig wirkenden Handlungen zu ziehen, auch wenn keiner unserer Artgenosse uns dafür auf ebendiese Schulter klopfen kann.

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Behauptungen von Elektro-Smog-Gläubigen

dass diese Studie beweist, dass Menschen doch die Fähigkeit haben könnten, EM-Felder wahrzunehmen in 3… 2… 1…

Most Vertebrates — Including Humans — Descended from Ancestor With Sixth Sense

Dass sämtliche gut aufgebauten Experimente zu dem Thema zeigen, dass Menschen EM-Felder genau so wenig wahrnehmen wie ultraviolettes Licht, bleibt aber trotzdem so.

Affen und der Tod

Genauer gesagt: Schimpansen.
Interessant finde ich die unterschiedliche Reaktion, abhängig vom Alter des Verstorbenen.

Der Tod eines alten Gruppenmitglieds wurde über Tage hinweg von der Gruppe erwartet. Man verhielt sich ruhig und rücksichtsvoll, schenkte der Moribunden besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, und putzte sie in ihren letzten Stunden besonders ausgiebig. Gegen Ende wurde sie immer wieder mal angestupst, um zu sehen, ob sie noch reagiert. Als sie nicht mehr reagierte, zog die Gruppe weiter; nur die Tochter der Verstorbenen kam nochmal zurück und hielt sich die Nacht über beim Leichnam auf.
Die gedrückte Stimmung hielt sich für mehrere Tage nach dem Ableben der alten Schimpansin, und der Schlafplatz, an dem sie gestorben war, wurde von allen gemieden.
Der Entfernung des Leichnams aus dem Gehege setzte die Gruppe nichts entgegen.

Das steht im starken Kontrast zum Einen dazu, wie Schimpansen auf einen gewaltsamen, bzw. Unfalltod in der Gruppe reagieren (laut, heftig und ängstlich), und zum Anderen dazu, wie sie mit dem Tod eines Babys umgehen:

Verstorbene Schimpansenbabies werden von ihren Müttern noch wochenlang mitgeschleppt und regelmäßig geputzt. Der Ablösungsprozess scheint hier sehr lange zu dauern, ist aber darin erkennbar, dass die Mutter zunehmend eine Trennung von ihrem toten Baby toleriert, wenn z.B. ein anderes Mitglied der Gruppe es in der Gegend herumschleppt, oder die anderen Kinder mit ihrem toten Freund spielen wollen.

Die Forscher ziehen aus diesen Beobachtungen den Schluss, dass Schimpansen verstehen, was der Tod bedeutet.
Ich bin da skeptisch. Aber mumifizierte Affenbabies als Spielzeug für die Kleinen? Whoah… mächtig unhygienisch.

Ein kleines Addendum: http://www.myconfinedspace.com/2010/05/25/grief/

Frösche sind wilde Bestien. Echt jetz.

Bei dem Wort ‚Frosch‘ denkt man meistens an kleine, grüne, eher feuchte Kreaturen, die Fliegen fressen, in der Paarungssaison schonmal laut werden können und teils große Probleme mit der Straßenverkehrsordnung haben.
Die Wahrheit ist jedoch, dass zumindest einige Angehörige der Familie der Froschlurche wahre Monster sind.
Der bekannteste Fall ist sicher der der giftigen Cane Toad, die in Australien für einige Aufregung und einen groß angelegten Krötozid sorgt.
Im kleineren Maßstab, jedoch optisch und akustisch deutlich beeindruckender, wütet der Packman Frog, der in manchen Kreisen als unterhaltsames Haustier gilt. Das liegt an zwei Faktoren, die ich hier für euch darstellen möchte:

1. Der Packman Frosch ist ein eher wehrhaftes Tier, das seine Angriffslust gern durch wilde Sprünge auf das Opfer demonstriert. Auch sein Kampfschrei ist durchaus beeindruckend.

2. Die Diät des Packman Frosches besteht aus Säugetieren – Ratten, Mäuse, Hamster – und Kücken. Andere Amphibien essen sie allerdings auch, und da diese deutlich länger die Luft anhalten können als Säuger und Landvögel, landen sie auch schonmal lebendig im Magen.

Packman Frösche sind also ziemlich badass.
Allerdings werden sie von einer anderen Spezies in den Schatten gestellt, nämlich von den Grünen Baumfröschen. Diese zeichnen sich vor allem durch ihren Größenwahn aus, der sie bis zu dem Versuch treiben kann, einen ganzen Menschen zu fressen.

Zum Abschluss präsentiere ich euch noch einen nondeskripten Frosch mit Spezies-Identittätskrise: Määäääääääääo!.

Ameisen.

Ich mag Ameisen. Im sozial-insektischen Teil unserer Verwandtschaft sieht man besonders schön die Maschinenidentität aller Lebewesen, und wie die Interaktion dummer Einzelindividuen intelligentes Gruppen- und Schwarmverhalten hervorbringen kann.

Was eine Ameise alleine nicht nur heben, sondern auch noch kopfüber an einer gläsernen Oberfläche hängend transportieren kann, ist auch ziemlich erstaunlich. Und alles nur durch dumme, ungelenkte natürliche Selektion von zufälligen, aber zufällig vorteilhaften, Mutationen entstanden. Whoah.

Hier bitte weiterlesen.

Wirbelloses Tier frisst ausgewachsenen Hai

Alter O.O

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