Galaxienkollision

Es war ganz schön lange ganz schön wenig los hier. Aber meine Begeisterungsfähigkeit hat sich wieder erholt. Und das krass-geilste, was ich in den letzten Tagen so gesehen habe, ist das hier:

Die Milchstraße wird mit der Andromeda-Galaxie kollidieren, und wenn das passiert, wird es in ungefähr so aussehen…
(Das Bild verlinkt zum Originalartikel)

Es gibt da nur leider ein kleines Problem. Nämlich dass die Sonne zur Supernova wird, bevor wir die letzten beiden Bildchen erreichen.
Auf der anderen Seite haben wir aber sicher von unserer ultracoolen Space Station im Orbit um den Saturn genau so einen netten Blick auf Andromeda wie von der Erde aus.

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Wenn sich die Erde nicht drehen würde, wäre das Meer an den Polen

Also, wären zwei Meere an den Polen. An jedem eins. Und in der Mitte läge ein den ganzen Globus umspannender Kontinent. Ein Tag-Nacht-Zyklus würde außerdem ein ganzes Jahr dauern.
Ich finde diese Vorstellung sehr faszinierend. Gibts nicht irgend eine Sci-Fi-Geschichte, die so einen Planeten entwirft? Wenn nicht, sollte man auf jeden Fall eine schreiben.

Hier gibts einen schönen langen, illustrierten Artikel darüber, wie die stillstehende Erde modelliert wurde:
http://www.esri.com/news/arcuser/0610/nospin.html

Irgendwas da draußen zieht am Universum

Echt.
Das Phänomen nennt sich Dark Flow, da es die Sequel zu Dark Matter und Dark Energy darstellt.
Der Name ist eigentlich falsch, weil bei Dark Matter und Dark Energy das ‚Dark‘ andeutet, dass man weder die Materie noch die Energie anders als durch ihre Wirkung auf andere, sichtbare Objekte visualisieren kann. Den Dark Flow jedoch sehen wir – in der oben verlinkten Studie deutlicher als je zuvor. Der Flow ist damit nicht Dark. Was wir nicht sehen, ist das, was diesen Flow hervorruft, also das Objekt, das durch seine Gravitation oder andere Wechselwirkung den Flow erzeugt. Der richtige Name wäre also ‚Dark Puller‘. Aber das klingt dämlich.
Die Sache ist nun, dass das, was da zieht hinter der Grenze liegt, die das beobachtbare Universum umgibt. Diese Grenze ist nicht mehr durch die Leistungsfähigkeit unserer Teleskope bestimmt, sondern durch die Geschichte des Universums selbst.
Und das erklärt sich so: Je weiter wir in das Universum hinaus blicken, desto weiter sehen wir in die Vergangenheit, da das Licht von weiter entfernten Objekten sehr viel länger braucht, um von seiner Quelle bis in unser Teleskop zu reisen. Kurz nach dem Urknall gab es nun eine Zeit, zu der das Universum mit Plasma gefüllt und undurchsichtig war – so wie Sterne undurchsichtig sind. Das Licht aus dieser Zeit umgibt uns wie ein dichter Vorhang (besser bekannt als Hintergrundstrahlung), durch den wir nicht hindurchblicken können.
Objekte, die hinter dem Vorhang liegen, interagieren aber mit den Objekten davor, wie wir am Beispiel des Dark Flow sehen.

Was ist es nun, das da draußen, außerhalb unseres Horizontes am beobachtbaren Universum zupft? Wir haben keine Ahnung. Irgend etwas sehr großes und sehr altes.
Whoah.

Ein Besuch im Galaktischen Zoo

Da das Universum so verdammt unglaublich unbeschreiblich irrsinnig groß ist (ich zitiere Douglas Adams aus dem Gedächtnis und bitte um Nachsicht), befindet sich – zumindest kommt es einem so vor – auch echt viel Materie darin.
Dieser Umstand kollidiert zum Einen damit, dass Wissenschaftler die Tendenz haben, Sachen nicht nur zu beobachten, sondern auch zu beschreiben, zu vermessen, zu zählen, zu klassifizieren und dann einer Masse von statistischen Untersuchungen zu unterziehen. Zum Anderen ist sowohl die Zahl der Undergraduates, als auch die der Stunden pro Tag begrenzt. Wie also Material und Verarbeitungsressourcen miteinander in Einklang bringen?
SETI@home und folding@home machens vor: Man wendet sich an Freiwillige, die ihre Zeit, ihre Energie und ihren Rechner in den Dienst der Wissenschaft stellen wollen.
Das Galaxy-Zoo Projekt geht aber noch einen Schritt weiter, vor allem auch weil Rechner derzeit noch nicht besonders gut darin sind, Bilder zu analysieren. Und zwar dergestalt, dass es die gerade verlinkte Website gibt, auf der jeder, der Lust hat, den einen oder anderen Nachmittag damit zubringen kann, Fotos von Galaxien zu klassifizieren. Spiralgalaxie oder nicht? Wieviele Arme? Kollidierende Galaxien? Jedes Foto wird von vielen verschiedenen Personen bewertet, ehe es letztendlich ein Lable bekommt.
Das nenn ich mal einen Gemeinschaftsaufwand im Dienste der Erkundung das netten kleinen Universums, in dem wir hier festsitzen.

Edit: Über diesen Link hier gelangt ihr zu einer Liste von verschiedensten Projekten, die die Rechenkapazität von Privatcomputern für die Verarbeitung von großen Datenmengen und/oder die Bewältigung großer Rechenoperationen verwenden. Auf der jeweiligen Statistikseite verlinkt sind natürlich auch die homepages der Projekte, und es ist schon interessant zu sehen, was da so alles erforscht wird.
Die Wissenschaft sucht echt Antworten auf tausende von Fragen, die zu stellen mir nie in den Sinn gekommen wäre, weil ich gar nicht wusste, dass es dieses oder jenes Phänomen überhaupt gibt und wie verschiedene Dinge miteinander zusammenhängen.

Die Polarlichter des Saturn

Die entstehen genau so wie das irdische Polarlicht. Und ich dachte ‚Whoah!‘ als ichs gelesen habe. Ich meine, der Saturn ist so ein riesiger Planet und eh schon so wunderschön mit seinen Ringen, und dann hat er auch noch Polarlichter? Ein Planet mit Bling, yo.

Eine ausführliche Erklärung dazu, wie die Atmosphäre des Saturn mit ihrer Umgebung interagiert, kann man sich auch reinziehen, und zwar hier.

Die Lichter:
Hubble-Aufnahme der Lichter

Hier nochmal in Blau:
Die Lichter in Blau

Whoah!

Wasserstoff, ja? Also, die Wasserstoffatome, die Teil von den Wassermolekülen sind, die den Großteil eures je eigenen menschlichen Körpers ausmachen… Die Kerne einiger dieser Wasserstoffatome sind eine Sekunde nach dem Urknall entstanden! Und ’nur‘ 372.000 Jahre später war das Universum weit genug abgekühlt, damit diese Wasserstoffkerne anfangen konnten, Elektronen einzufangen und richtige echte Atome zu werden. Aber die Kerne existieren seit einer Sekunde nach dem Urknall unverändert (wenn man von ein bisschen Gravitronenaustausch mal absieht). Eine verdammte Sekunde nach dem verdammten Urknall! Diese Wasserstoffkerne waren schon da, da konnten Photonen noch mit aller Materie interagieren. Aus dieser Zeit stammt auch die kosmische Hintergrundstrahlung, die von der Urknalltheorie vorhergesagt und einige Zeit später tatsächlich auch gemessen wurde.

Und dann wurde es dunkel im Zentrum. Stockdunkel. Also, es war noch recht warm, aber es gab kein Licht mehr. Überhaupt keins. Das war alles weit weg, unterwegs nach nirgendwo (stellt euch einen Laserstrahl vor, was sieht man davon? Nichts. Ihr wisst, er ist da, er verläuft da vor euch, schnurgerade, aber ihr seht ihn nicht, weil keins der Photonen in eure Richtung fliegt, sondern geradewegs an euch vorbei; erst wenn ihr etwas in den Lichtstrahl einbringt, das ein paar Photonen von ihrem Weg ablenkt, sehr ihr einen zweidimensionalen Ausschnitt des Strahls). Es gab nur noch Wasserstoff, Helium, Dunkle Materie und überall verschiedene Formen von Energie, in einem verdammt weiten Raum.
Es dauerte ganze 700.000 Jahre, bis sich aus den Unregelmäßigkeiten in der Verteilung dieser ganzen Gase die erste Wolke gebildet hatte, die von ihrer eigenen Schwerkraft so stark komprimiert wurde, dass sie vor lauter Hitze zu glühen begann. Der erste Stern war geboren. Leute, 700.000 Jahre völliger Dunkelheit. Kein einziges Photon weit und breit. Und dann, plötzlich, wird das erste Sternenphoton in die Nacht hinaus geschleudert.
So krass…
Nach und nach formten sich weitere Sterne, während dieser erste aller Sterne ausbrannte, in einer Supernova aufging und all das Helium, das er erbrütet hatte, in den Raum hinaus schleuderte. Dieses Helium wurde Teil neuer Sterne, Sterne der zweiten Generation, die schwerere Elemente erbrüten konnten, weil sie durch die größere Dichte, die sie mit diesem zusätzlichen Helium erreichten, deutlich heißer wurden als die Sterne der ersten Generation. Alle Elemente bis hoch zu Eisen wurden dort erbrütet und wiederum von den Supernovae am Ende ihres Sternenlebens in die unendlichen Weiten abgegeben. Während dieser ganzen Zeit bildeten sich die ersten Sternenhaufen und Galaxien.
Ein paar von den Kohlenstoffatomen in eurem Körper stammen aus dieser Zeit! Ein Teil der Luft, die ihr atmet, ist so unglaublich alt! Älter als das Kalzium in euren Knochen, das Eisen in eurem Blut, das Kalium und Natrium, das ihr braucht, damit eure Muskeln funktionieren. Denn all diese Elemente, wurden – und werden noch heute – von Sternen der dritten Generation erbrütet.

Wir sind die Urenkel der ersten Sterne. Wir sind Sternenstaub, der sich zusammengerauft und ein Bewusstsein seiner selbst entwickelt hat. Wir sind das Universum, das lebendig geworden ist, das sich selbst betrachet, das über sich selbst nachdenkt, über sich selbst staunt. Und wenn wir die Zeitspanne nehmen, seit das Universum in diesem unseren Winkel ein Bewusstsein seiner selbst entwickelt hat – knapp 80.000 Jahre – und sie mit dem Alter des Universums – ca. 13.700.000.000 Jahre – vergleichen, stellen wir fest, dass das Universum nun für rund ein 171.250stel seiner Existenz weiß, dass es existiert. Es hat sozusagen grad erst gemerkt ‚Moment mal… Ich bin!‘

Wir sind die denkenden, fühlenden, atmenden Nachfahren des Urknalls, die Erben der ersten Sterne, das wachsende, träumende Universum.
Ist das nicht krass? Ich find das unbeschreiblich krass. Das ist gigantisch. Ich meine, guckt euch mal um! Wir sind hier! Wir tun Dinge! Das… das ist einfach voll irre.

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