Menschmaschinen im Leerlauf

Invullen (fill-in) from johan rijpma on Vimeo.

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10 Kommentare

  1. Interessanter Film. Drei Dinge sind mir aufgefallen. Das kleine Mädchen hat sich viel mit ihrer eigenen Gedankenwelt beschäftigt. Der Junge Bursche war ein wenig, naja zerstörerisch drauf (Bauklötze abschießen, Uhr von der Wand nehme und Bild auf verklebter Fenster malen).

    Aber alle haben nach einem Reiz von Außen gesucht. Keiner hat einfach NUR geguckt, was in ihm selber vorgeht.

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    • Ja, das ist mir auch aufgefallen. Besonders der Bursche ist mit der Stille mal überhaupt nicht parat gekommen.
      Ich find ja *grins* Sitzen sollte als Schulfach eingeführt werden. Wird sogar schon mit experimentiert; also, geführte Meditation, aber von da zum Sitzen ist ja kein so weiter Schritt.

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    • Die Überlegung ist, dass Meditationsübungen den Kindern dabei helfen, ihre Emotionen zu regulieren, mit Stress umzugehen und sich zu konzentrieren. Da sie mit dem Kram schon in der 5. Klasse anfangen, nehmen die Kids das auch noch sehr bereitwillig auf.
      Studienergebnisse dazu stehen noch aus, aber ich denke mal, dass sich bei den meisten Schülern ein Unterschied im positiven Sinne zeigen dürfte.
      Ich hoffe, sie machen follow-ups wenn die Kinder in der Pubertät sind; ich würd drauf wetten, dass die mit Meditationsunterricht auch in der Zeit besser klarkommen und insgesamt ruhiger und weniger aggressiv sind.

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      • Über solche Follow-Ups wäre ich auch hoch erfreut. Was mich jetzt ein wenig an Deinem Kommentar beschäftigt ist, dass Du meinst sie wären dann „weniger aggressiv“. Das klingt ein wenig so, als wäre das „unnatürlich“.

        Wie meinst Du das? Sicherlich gibt es Kinder die agressiv sind, aber grundsätzlich ist das doch nun nicht der Fall. Kinder haben ein hohes Bewegungspotential. In der TCM sagt man, dass dies die Holz-Energie ist. Uns stört das, weil wir nicht mehr so nah an der Holzenergie sind. Aber eigentlich ist das „natürlich“! :-)

    • Teenager haben ganz bestimmte kognitive und emotionale Einschränkungen, die darauf zurückgehen, dass die Myelenisierung nicht gleichmäßig im gesamten Hirn stattfindet, sondern einen Bereich nach dem anderen abarbeitet. So kommt es z.B. dass die Kleinen schon feste Überzeugungen haben, bevor sie in der Lage sind, diese Überzeugungen intellektuell auszuwerten. Lässt sich alles wunderbar neuroanatomisch nachvollziehen.

      Die typisch Aggressivität von Teenagern verteidigt ihre Überzeugungen gegen Einwände und Gegenbeweise und schützt das wachsende Selbstbild, das sich in der Phase noch stark auf Gruppenzugehörigkeit bzw. -unzugehörigkeit stützt. Das ist der Grund, warum Teenager so grausam gegenüber denen sein können, die sie nicht als Teil ihrer Gruppe oder als Bedrohung für ihr Selbstbild wahrnehmen.
      Bei Erwachsenen beobachten wir oft sehr ähnliche Verhaltensweisen, was daran liegt, dass die Fähigkeit, sich selbst und seine impulsiven Reaktionen zu beobachten und zu hinterfragen von keiner gesellschaftlichen Instanz gefördert wird. Ela kann dir dazu ganze Arien singen ;)

      Zusätzlich sind Teenager noch dadurch belastet, dass sich ihr Körper verändert, dass sich die Erwartungen verändern, die an sich herangetragen werden, dass sie zu unmöglichen Zeiten unter unmöglichen Bedingungen intellektuelle Leistungen erbringen sollen, deren Sinn und Zweck wirklich ziemlich im Dunklen liegt. Die meisten können damit halbwegs copen, aber eben nicht alle, und nicht alle ohne Verluste.

      Meditation wäre ein Hilfsmittel. Eine Fertigkeit, die den Teens zur Verfügung steht, um sich weniger von den Vorgängen in ihnen und um sie herum durch die Gegend schubsen zu lassen.
      Mit ’natürlich‘ oder ‚unnatürlich‘ hat das genau so wenig zu tun wie Lesen und Schreiben zu können bzw. nicht zu können.
      Es sind einfach nur hilfreiche, wertvolle Fertigkeiten, die wir einsetzen können, um uns leichter und zielführender durch den Alltag zu bewegen.

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      • Danke für Deine Ausführung. Ich verstehe, was Du meinst und wo da der Hintergrund ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass ich gerade einen Bericht gesehen habe, in dem Nachgewiesen wurde, dass Meditation das Gehirn verändert. Wissenschaftler haben MRT’s mit Leuten durchgeführt, die vorher nie meditiert haben und dann einen 8 wöchiges Seminar mitgemacht haben. Im Hypothalamus sitzt ein Areal, welches Stress be-/verarbeitet. Bei Menschen, die meditieren ist dieses Areal ausgebildeter. Bei den Probanden, die dieses Seminar mitgemacht haben, konnte eine Umwandlung der weißen Substanz in graue Substanz nachgewiesen werden.
        Die wissenschaftliche Dame, die dort zu Wort kam, meinte das durch Meditation die Fähigkeit Dinge aus einem anderen Winkel zu sehen, trainiert wird. Daher sehen Menschen, die regelmäßig meditieren Dinge auch gelassener. Sie sehen sie halt aus anderen Winkeln und haben die Möglichkeit auch Blickwinkel während des Geschehens zu wechseln.
        Fand ich sehr bemerkenswert!

    • Interessant. Ist auch durchaus schlüssig, dass eine länger, konsistente Verhaltensänderung zu Veränderungen im Gehirn führt. Es wäre allerdings nötig, ein paar mehr Details zu wissen, um diese Studie wirklich einordnen zu können.
      Z.B. was für eine Form von Meditation war das, und haben die Probanden neben dem Sitzen noch etwas anderes gemacht? Wenn ja was? Wie groß war die Versuchsgruppe? Gab es eine Vergleichsgruppe mit einer ähnlichen Intervention, nur ohne Meditationssitzungen? Konnten die Ergebnisse unabhängig wiederholt werden? Wie groß war dieser Umbau von weiße in graue Masse? Wie genau wurde der Umbau quantitativ und qualitativ erhoben? Wir groß ist die Massenverlagerung im Gehirn bei anderen Lernprozessen?
      Ohne diese zusätzlichen Infos sagt die Studie im Prinzip überhaupt nichts aus, außer, dass vorher A und nachher B, ohne irgendwas über den Weg von A nach B zu verraten. Sowas nervt an der Art, wie aktuell Wissenschaft journalistisch aufbereitet wird. Mehr als die Behauptung aus dem Titel des Artikels steht im Text selber nicht drin, der effektive Informationsgehalt bleibt bei null und meistens ist der Titel auch noch nichtmal zutreffend für die Studie *grummel*

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    • Danke für den Link, das seh ich mir die Tage mal an :)

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