Why, PZ? Why??

I usually have the deepest respect for PZ Myers and his writings, but today he deeply disappointed me.
In this article here he criticises the idea that science can be used to make moral decisions.
He criticises it because there were people, way back when, who had high moral ideals but only bad data, rudimentary knowledge of society/biology/psychology, which lead them to come to morally bad conclusions. That’s right. He says that scientific morality is a bad idea because bad data gives you bad outcomes.

Why, that’s true for every scientific endeavor, PZ! Bad data, bad hypotheses, huge gaps in understanding, they produce bad outcomes, regardless if you are researching human wellbeing or the embrionic development of zebra fish.

And guess what? We know better now. Why, you ask? Because of magic? No! Because SCIENCE led us to get better data, to close the gaps in our understanding, to develop better hypotheses.
Science – the self-correcting method.

Fuck, PZ, how could you get that one wrong??? I am disappoint and I hope that you reconsider your stance on the subject.

Bonobos: Die facebook-Spaten der Tierwelt

Bonobos. Wer könnte sie nicht mögen, unsere immer geilen, total gechillten Cousi_nen?
Und jetzt stellt sich auch noch raus, dass sie absolut nicht xenophob sind. Gibt man einem Bonobo die Gelegenheit, Futter mit einem Kumpel oder einem völlig fremden Artgenossen zu teilen, indem er das betreffende Tier aus dem Käfig lässt, teilt der Bonobo meist mit dem Fremden. Das Nette daran: Der Fremde lässt danach den ihm fremden Kumpel des ersten Bonobo aus dem Käfig. So ist für alle gesorgt. Und heavy petting gibt es natürlich auch.
Schimpansen würden so etwas anscheinend nie tun, jedenfalls nicht wenn sie wissen, dass die beiden fremden Bonobos Kumpel sind. Zahlenmäßig unterlegen zu sein, ist ihnen ein Graus. Und prüde sind sie außerdem.

Auf den ersten Blick denkt man jetzt natürlich, dass Bonobos ja die total guten sozialen Vorbilder sind. Rollenmodelle für unsere Kinder und all sowas. Und ein Stück weit stimmt das schon auch.
Aber abgesehen davon, dass ich mir die bonobotypischen extensive Doktorspiele einfach nicht mit minderjährigen menschlichen Protagonisten vorstellen will, gibt es da noch einen Haken:

Was den Bonobo so xenophil macht, ist der Netzwerkvorteil, den es ihm bringt, neue Freunde zu sammeln. Bonobos sind somit das Äquivalent zu diesen Spaten auf facebook, die 10.000 Leute in ihrer Friend list haben. Und statt dem Liken haben die Äffchen die gegenseitige Masturbation. How fitting ô.o

Sobald man diesen Netzwerkvorteil aus der Gleichung entfernt und einen Bonobo in die Postion des anonymen Spenders bringt, geht ihm auf einmal der gesamte Rest der Bonobo-Welt am pelzigen Hintern vorbei. Weder Freund noch Fremder bekommt etwas, wenn kein Stein im Brett für den Spender dabei rausspringt.

Die anonyme Spende bleibt bislang uns Nacktaffen vorbehalten.

Hier meine Hypothese:
Im Gegensatz zum Bonobo sind wir niemals wirklich unbeobachtet. Wir haben immer unsere Ideale, unsere Wertvorstellungen oder unsere paranoiden Ängste auf der Schulter sitzen, die uns dazu befähigen, Befriedigung – oder zumindest das Ausbleiben von Schuldgefühlen – aus gemeinnützig wirkenden Handlungen zu ziehen, auch wenn keiner unserer Artgenosse uns dafür auf ebendiese Schulter klopfen kann.

Galaxienkollision

Es war ganz schön lange ganz schön wenig los hier. Aber meine Begeisterungsfähigkeit hat sich wieder erholt. Und das krass-geilste, was ich in den letzten Tagen so gesehen habe, ist das hier:

Die Milchstraße wird mit der Andromeda-Galaxie kollidieren, und wenn das passiert, wird es in ungefähr so aussehen…
(Das Bild verlinkt zum Originalartikel)

Es gibt da nur leider ein kleines Problem. Nämlich dass die Sonne zur Supernova wird, bevor wir die letzten beiden Bildchen erreichen.
Auf der anderen Seite haben wir aber sicher von unserer ultracoolen Space Station im Orbit um den Saturn genau so einen netten Blick auf Andromeda wie von der Erde aus.

Pi und Streichhölzer

Verallgemeinertes Fazit: Alles hängt mit allem zusammen, auch wenn es nicht immer gleich offensichtlich ist, auf welchen obskuren mathematisch-naturwissenschaftlichen Umwegen.

Menschmaschine spielt mit einem Stück Holz mit Rollen unten dran

Kreatives Maschinchen, das. Und tolle Beschleunigungssensoren hats noch dazu. Die arbeiten übrigens mit den Sensoren für elektromagnetische Strahlung zusammen, die ebenfalls nahe des Hauptrechenknotens ganz oben in dem Gerät angebracht sind. Strenggenommen sind diese em-Sensoren sogar Teil des Hauptrechners, also die flächige Sensorphalanx an der Rückwand der Globen.

Mythos Krebs durch Handystrahlung, RIP

Die Studien werden immer größer, länger und besser. Das ‚größer, länger‘ klingt jetzt etwas versaut, ich weiß (oder liegt es an mir?), aber einen Zusammenhang zwischen Gehirntumoren und der Nutzung von Mobiltelefonen konnte trotzdem nicht nachgewiesen werden.

Die neuste Studie stammt aus Dänemark. Sie ist eine Kohorten- oder auch Längsschnittstudie – das heißt, sie folgte einer definierten Gruppe von Personen von einem festgelegten Zeitpunkt an für mehrere Lebensjahre; das Gegenteil davon wäre eine Querschnittstudie, bei der Menschen verschiedenen Alters an einem einzelnen Zeitpunkt X miteinander verglichen werden. Längsschnittstudien erlauben es einem Forscher, die Auswirkungen von Schutz- und Risikofaktoren über einen längeren Zeitpunkt hinweg zu beobachten.

Die Studie hat also zu verschiedenen Zeitpunkten Daten erhoben:

      1. Von 1982 bis 1995 wurde das Krebsrisiko aller 420,095 zu dieser Zeit mit einem Mobiltelefon ausgestatteten Dänen erhoben und mit dem der restlichen, mobiltelefonlosen, erwachsenen Bevölkerung verglichen.
      2. In den Jahren 1996, 2002 und 2007 gab es sogenannte Follow-up, bei denen von den originalen Studienteilnehmern nochmal die Krebsrate erhoben wurde.

In dem resultierenden, 25 Jahre und über 420.000 Personen umfassenden Datensatz, fand sich kein Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und 1. Gehirntumoren, 2. Tumoren des sonstigen Nervensystems und 3. anderen Krebsformen.

Wenn man aus diesem Datensatz die User mit der längsten Mobilfunkhistorie herauspickt – 13 Jahre und mehr – also User, die ihr Hirn in verschiedenen Stadien der Entwicklung des Mobilfunks bestrahlt haben, findet sich: Nichts. Die Krebsrate ist in dieser Bevölkerungsgruppe nicht in bedeutungsvoller Weise verschieden von der Krebsrate in der Gruppe derer, die nicht von den Früchten des mobilen Fortschritts genascht haben.

Als gute Wissenschaftler beschränken sich die Macher dieser Studie natürlich darauf, nur das auszusagen, was die Studie tatsächlich hergibt:
Über das Krebsrisiko der Untergruppe von Mobilfunkusern, denen das Phone quasi am Ohr festgewachsen ist, und die Auswirkungen von noch längerfristigem Mobilfunkgeblabber als den 25 von der Studie abgebildeten Jahren können nur fortgesetzte Untersuchungen etwas aussagen.

Was wir jetzt aber mit ziemlicher Sicherheit wissen: Der gewöhnliche erwachsene Durchschnittsuser hat von seinem Mobiltelefon keinen Krebs zu befürchten. Wirklich. Ganz ganz wirklich und in echt.

Menschmaschinen im Leerlauf

Invullen (fill-in) from johan rijpma on Vimeo.

Yours truly wurde von Nerdina interwieft

So richtig exclusiv :) Zu lesen hier.

Jetzt muss ich mir nur noch ein paar gewitzte Gegenfragen einfallen lassen. Nerdina bibbert schon. Zurecht :D

All die vielen Zusatzstoffe in Medikamenten…

… haben anscheinend erstaunlich viele gute Daseinsberechtigungen. Und weil ich den Artikel dazu von Scott Gavura drüben auf SBM so überaus lehrreich und erhellend fand, dachte ich mir, mach ich den doch zum ersten Post in meinem Projekt ‚Mehrwert‘.

Und hier kommt der Mehrwert, nämlich eine kurze, deutschsprachige Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Artikels:

Das Phänomen
Kräuter-, Wurzel- und Blütenmittelchen, sowie manche Vitaminbonbons brüsten sich damit, ohne Zusatzstoffe auszukommen. Das wird wie ein Qualitätsmerkmal behandelt, ist aber keins.

Der Haken/Witz daran
Ein erstaunlich großer Aufwand bei der Medikamentenentwicklung geht dafür drauf, rauszufinden, wieviel von dem Wirkstoff, den man oben in einen Menschen reinkippt, nachher auch da ankommt, wo es wehtut, warum das so ist und wie man das Resultat – durch entsprechend formulierte Zusatzstoffe – optimieren kann. Da bei vielen ‚alternativen‘ Mitteln keiner so genau weiß, welcher der vielen tausend Bestandteile des Krauts jetzt genau der Wirkstoff ist, fallen diese Überlegungen natürlich weg.

Welche Aufgaben haben Zusatzstoffe?

  • Erstens natürlich die bereits genannte Bioverfügbarkeit im Organismus.
  • Zweitens schlichte Masse – so eine 5mg-Tablette wäre etwas alltagsuntauglich.
  • Drittens die Fertigung der Tabletten/Tropfen erleichtern – Wirkstoffe können klebrig, statisch geladen, klumpig und anderweitig unkooperativ sein, was sich durch entsprechende Zusätze unterbinden lässt
  • Viertens stellen Zusätze sicher, dass sich der Wirkstoff da auflöst, wo er soll (Stichwort Magensaftresistente Hartkapsel) und zwar bevor alles am anderen Ende des Darms angekommen ist
  • Fünftens soll der Wirkstoff so lange wie möglich in der auf der Packung angegebenen Menge im Medikament erhalten bleiben, wozu man Konservierungsstoffe braucht (Achtung, Anti-Vaccer: Quecksilber in Impfstoffen, buuuhuhuhuuuuu!)
  • Sechstens müssen sich Pillen von außen und durch Angucken voneinander unterscheiden lassen. Dazu gibt es natürlich die Formenvielfalt, aber was wäre das Leben ohne Farbe?
  • Und zuguterletzt muss der Hustensaft halbwegs erträglich schmecken, damit die kleinen Kinderlein ihn auch brav schlucken.

Wer hätte gedacht, dass hinter Pharmazie noch so viel mehr als bloß schnöde Wirkstoffe stecken? :)

Historische Header

Per aspera ad astra, nech?
Außerdem ist mir grad langweilig und das ist mein Blog und ich kann hier machen was ich will. So there.
 
 
 

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