Die Studien werden immer größer, länger und besser. Das ‘größer, länger’ klingt jetzt etwas versaut, ich weiß (oder liegt es an mir?), aber einen Zusammenhang zwischen Gehirntumoren und der Nutzung von Mobiltelefonen konnte trotzdem nicht nachgewiesen werden.
Die neuste Studie stammt aus Dänemark. Sie ist eine Kohorten- oder auch Längsschnittstudie – das heißt, sie folgte einer definierten Gruppe von Personen von einem festgelegten Zeitpunkt an für mehrere Lebensjahre; das Gegenteil davon wäre eine Querschnittstudie, bei der Menschen verschiedenen Alters an einem einzelnen Zeitpunkt X miteinander verglichen werden. Längsschnittstudien erlauben es einem Forscher, die Auswirkungen von Schutz- und Risikofaktoren über einen längeren Zeitpunkt hinweg zu beobachten.
Die Studie hat also zu verschiedenen Zeitpunkten Daten erhoben:
- 1. Von 1982 bis 1995 wurde das Krebsrisiko aller 420,095 zu dieser Zeit mit einem Mobiltelefon ausgestatteten Dänen erhoben und mit dem der restlichen, mobiltelefonlosen, erwachsenen Bevölkerung verglichen.
- 2. In den Jahren 1996, 2002 und 2007 gab es sogenannte Follow-up, bei denen von den originalen Studienteilnehmern nochmal die Krebsrate erhoben wurde.
In dem resultierenden, 25 Jahre und über 420.000 Personen umfassenden Datensatz, fand sich kein Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und 1. Gehirntumoren, 2. Tumoren des sonstigen Nervensystems und 3. anderen Krebsformen.
Wenn man aus diesem Datensatz die User mit der längsten Mobilfunkhistorie herauspickt – 13 Jahre und mehr – also User, die ihr Hirn in verschiedenen Stadien der Entwicklung des Mobilfunks bestrahlt haben, findet sich: Nichts. Die Krebsrate ist in dieser Bevölkerungsgruppe nicht in bedeutungsvoller Weise verschieden von der Krebsrate in der Gruppe derer, die nicht von den Früchten des mobilen Fortschritts genascht haben.
Als gute Wissenschaftler beschränken sich die Macher dieser Studie natürlich darauf, nur das auszusagen, was die Studie tatsächlich hergibt:
Über das Krebsrisiko der Untergruppe von Mobilfunkusern, denen das Phone quasi am Ohr festgewachsen ist, und die Auswirkungen von noch längerfristigem Mobilfunkgeblabber als den 25 von der Studie abgebildeten Jahren können nur fortgesetzte Untersuchungen etwas aussagen.
Was wir jetzt aber mit ziemlicher Sicherheit wissen: Der gewöhnliche erwachsene Durchschnittsuser hat von seinem Mobiltelefon keinen Krebs zu befürchten. Wirklich. Ganz ganz wirklich und in echt.
